Vertikutieren…

… oder lieber nicht?

Gerade zu Beginn eines jeden Frühlings beschäftigt viele Rasenfreunde die Frage: „Ab wann kann ich vertikutieren?“

Wer im Frühjahr vertikutieren möchte, sollte nicht zu früh damit beginnen. Nachdem der Winter vorbei ist, sind die Rasenpflanzen geschwächt.
Daher sollte zu Beginn der Saison immer die Frühjahrsdüngung mit stickstoffhaltigem Dünger stehen. Anschließend sollten Sie den Rasen mehrfach kürzen und dann im trockenen Zustand vertikutieren. Das heißt: Mähen Sie Ihr Grün mindestens zweimal, bevor Sie zum Vertikutierer greifen. Und achten Sie auf die Temperatur: Frühling heißt in dem Fall: Nachttemperaturen von mindestens 10 Grad C°. Also eignen sich idealerweise die Monate April und Mai, zu dieser Zeit ist der Boden samt Rasen zudem besonders regenerationsfähig. Aber auch in den Sommermonaten und selbst im Herbst lässt sich die Maßnahme noch relativ gut umsetzen.

Haben Sie sich aber auch gefragt: „Warum will ich vertikutieren? Welche Rasenprobleme möchte ich dadurch lösen?“

Sinnvoll ist es wenn der Rasen durch Moos oder Verfilzung einen unschönen Anblick bietet.
Allerdings ist es kein Allheilmittel, wenn der Rasen aus anderen Gründen (z. B. mangelnde Düngung, starke Verunkrautung, Trockenheit, Staunässe, Schattenlagen, …) schadhaft ist.
Sogar kontraproduktiv ist das Vertikutieren bei starkem Besatz von Ausläufer treibenden Unkräutern (z. B. Gundermann – oben dargestellt). Die flach wachsenden Wurzeln werden durch die Messer zerteilt und dadurch wird die Pflanze zu starkem Wachstum angeregt und sie vermehrt sich. Auf den entstehenden kahlen Fläche gewinnen unerwünschte Pflanzen generell Platz zum Wachsen.

„Sie haben sich entschlossen zu vertikutieren?“

Dann bedenken Sie, dass das Vertikutieren aus dem Profi-Bereich wie der Pflege von Sportstätten oder Golfanlagen kommt. Machen Sie es wie die Profis.
Es gibt eine große Anzahl von Vertikutierern auf dem Markt (Stiftung Warentest) oder auch gute Geräte im Maschinenverleih.
Sie sind bereit loszufahren? Dann bitte darauf achten, dass die Messer nicht zu tief eingestellt sind. Zwei bis drei Millimeter sind völlig ausreichend. Zu tiefes Vertikutieren schädigt die Rasenwurzeln. Dann die Fläche einmal der Länge nach und anschließend quer bearbeiten. Möglichst nicht lange an einem Punkt verharren, sondern das Gerät gleichmäßig über den Rasen fahren. Anschließend das ausgeworfene Material entfernen, sofern der Vertikutierer keinen Auffangbeutel hat.

Auf die kahlen Stellen Rasensamen geben (Nachsaat) und die Fläche einige Zeit möglichst wenig betreten, damit der Rasen kräftig nachwachsen kann.
Das Bewässern nicht vergessen, falls kein ausreichender Niederschlag fällt.

Nutzen Sie unseren kostenlosen Regenmesser.

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